Mundgeruch - Fragen. Und Antworten.
1. Was ist überhaupt Mundgeruch und wie entsteht er?
Als Mundgeruch [lat.: Foetor ex ore] wird ein übler, atypischer Geruch beim Ausatmen durch den Mund bezeichnet. Man geht hier von einer Erkrankung in der Mundhöhle selbst aus. Der Fachbegriff Halitosis (lat.: Hauch, Dunst) bezeichnet ebenfalls eine übelriechende Atemluft, welche aber im Unterschied zum Foetor ex ore auch bei geschlossenem Mund, also beim Ausatmen durch die Nase wahrgenommen werden kann. Dies deutet möglicherweise auf eine ursächliche Erkrankung der Nasennebenhöhlen, des Verdauungstraktes oder der Atemwege hin. Daher sollten im Rahmen einer exakten Diagnostik die Luft aus dem Mund und aus der Nase getrennt voneinander analysiert werden. Genau das geschieht bei uns in der Mundgeruchbehandlung.
Untersuchungen haben gezeigt, dass in 85 bis 90 % aller Fälle eine bakterielle Zersetzung organischen Materials in der Mundhöhle die Ursache für Mundgeruch ist.
2. Wie kann man Mundgeruch selbst feststellen?
Nehmen Sie ein Stück Zahnseide und führen sie es abends zwischen den Zähnen hin und her. Entfernen Sie es vorsichtig und riechen Sie daran. Eine andere Methode ist, ein Taschentuch über die Zunge zu reiben und nach einigen Minuten daran zu schnuppern. Bei einem fauligen Geruch ist von Mundgeruch auszugehen.
3. Wie wird der Mundgeruch gemessen?
a) Organoleptische Messung (Schnuppern des Behandlers)
Hierbei handelt es sich um eine Beurteilung des Mundgeruchs und eine Einteilung in Schweregrade durch den Geruchssinn des Behandlers. Studien haben gezeigt, dass organoleptische Untersuchungen zwar leicht durchführbar, häufig aber nicht reproduzierbar sind, da sie von der subjektiven Einschätzung des Untersuchers abhängen. Gründe dafür sind, dass die Geruchswahrnehmung durch Umstände wie Menstruationszyklus, eigene Halitosis, temporäre Störungen beim Riechen (beispielsweise Schnupfen), die Kopfposition beim Riechen aber auch die Erwartung, etwas zu riechen, beeinflusst wird. Trotzdem liefern erfahrene Untersucher weitgehend reproduzierbare Ergebnisse.
b) Messung mit einem Halimeter (Mundgeruchmessgerät):
Das bekannteste Mundgeruchmessgerät ist der Halimeter.
Es handelt sich um ein Tischgerät zur Messung von Schwefelverbindungen in Luftproben (Halimeter). Er reagiert hauptsächlich auf die Erhöhung der drei wesentlichen Schwefelverbindungen (Schwefelwasserstoff, Methylmercaptan und Dimethylsulfid). Ferner reagiert er sehr empfindlich auf Alkohol, Chlorverbindungen und essentielle Öle, die eine Halitosis-Messung wesentlich negativ beeinflussen können und daher vor einer Messung zu vermeiden sind.
In unserer Mundgeruchsprechstunde benutzen wir den Halimeter, um genau festzustellen ob und wie stark Mundgeruch vorliegt.
4. Wie läuft eine Mundgeruchbehandlung ab?
Als erstes muss der Patient einen speziellen Fragebogem ausfüllen, hieraus kann der Zahnarzt schon einige Dinge erkennen, z. B. allgemeine Erkrankungen können auch zu Mundgeruch führen. Im Anschluss erfolgt eine Untersuchung beim Zahnarzt wobei hier eine Messung mit dem Halimeter durchgeführt wird. Ist Mundgeruch vorhanden, wird er sich in den meisten Fällen durcheine professionelle Zahnreinigung (PZR) und die Beseitigung des Zungenbelags beseitigen lassen. Diese Behandlung übernehmen ausgebildete Prophylaxeassistentinnen. Die Behandlungsdauer beträgt ca. 1h. Anschließend erfolgt eine zweite Messung mit dem Halimeter. Im Anschluss der Behandlung bekommen unsere Patienten ein Reinigungsset für die häusliche Pflege mit. In etlichen Fällen ist eine Weiterbehandlung erforderlich z. B. eine Parodontalbehandlung, hierbei werden die Zahnfleischtaschen vom Zahnarzt gereinigt.
5. Was kann ich selbst zu Hause gegen Mundgeruch machen?
Nach den Mahlzeiten sollten die Zähne und die Zunge gereinigt werden. Sehr wichtig ist es jeden Tag Zahnseide zu verwenden, da sich zwischen den Zähnen Nahrungsreste ansammeln und diese können dann zu unangenehmen Mundgeruch führen.
Nach unserer durchgeführten Mundgeruchsbehandlung bekommt jeder Patient ein Reinigungsset mit nach Hause, dieses sollte dann auch ständig verwendet werden um den Erfolg zu sichern.
6. Wie hoch ist der Erfolg nach der Behandlung?
Der Erfolg liegt bei über 90 %, wobei es natürlich auch auf die Mitarbeit des Patienten ankommt. Wir können den Mundgeruch nicht beseitigen wenn eine schwere allgemeine Krankheit vorliegt, hierbei können aber andere Spezialisten helfen, z.B. HNO-Ärzte oder Internisten.


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